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Abstract J. Lampe

Vom spätmittelalterlichen Altarretabel zum lutherischen Kanzelaltar. Umgestaltung und (Re-)Kontextualisierung im niedersächsischen Raum

 

Die Umgestaltung spätmittelalterlicher Altarretabel in lutherischen Kirchen ist ein regional sehr unterschiedlich verbreitetes Phänomen. Anhand von etwa einem Dutzend Beispielen vornehmlich aus dem südniedersächsischen Raum wird diesem im Vortrag nachgegangen. Dabei werden zwei Hauptphasen der Veränderung erkennbar: zum barocken Retabel in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts sowie zum Kanzelaltar im 18. Jahrhundert. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts setzt eine Bewegung zur Widerherstellung der ursprünglichen Werke ein, die ihren Höhepunkt in der Mitte des 20. Jahrhunderts hatte, aber auch einige Exemplare aussparte.

 

Die Retabel wurden dabei weitgehenden Veränderungen unterworfen, die sie jeweils in einen neuen Zusammenhang stellten. Hinter den äußeren Umgestaltungen stehen aber die durch Reformation, innerprotestantische theologische Debatten, ästhetische Zeitstile und ein antiquarisches bzw. kunsthistorisches Interesse veranlassten Kontextveränderungen, die die Wahrnehmung, Interpretation und Wertschätzung der Stücke jeweils entscheidend prägten und wandelten.

 

 

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