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14. Internationale Fachtagung für mittelalterliche und frühneuzeitliche Epigraphik

Über Grenzen hinweg – Inschriften als Zeugnissen kulturellen Austauschs

Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste

Palmenstraße 16

40217 Düsseldorf

 

Die Forschungsstelle Inschriften Bonn führte in Kooperation mit der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste vom 12. bis zum 14. Oktober 2016 eine international besetzte Fachtagung für mittelalterliche und neuzeitliche Epigraphik in Düsseldorf durch.

Der Fokus der Tagung richtete sich an Transfer und Aneignung kultureller Techniken und Errungenschaften, die seit vielen Jahren das Forschungsinteresse von historisch ausgerichteten Fächern begleiten. Auch die Epigraphik ist im Rahmen der Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Inschriften mit den Voraussetzungen, Abläufen und Ergebnissen von Kulturaustausch konfrontiert. Inschriften an Gebäuden, auf Grabdenkmälern, Glocken, Kirchenfenstern, Objekten der Schatzkunst und kirchlichen Ausstattungsstücken, aber auch auf schlichten Alltagsgegenständen gewähren schlaglichtartig Einblicke in den Umgang unserer Vorfahren mit Traditionen und Neuerungen, mit historischen Vorbildern, neuen religiösen Strömungen oder wechselnden kulturellen Einflüssen.

Im Rahmen der 14. Internationalen Fachtagung für mittelalterliche und neuzeitliche Epigraphik stellten Wissenschaftler verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen Forschungsergebnisse vor, die durch die Auswertung historischer Inschriften gewonnen wurden. Es wurden inschriftliche Spuren des Zusammenlebens verschiedener Kulturen ebenso beleuchtet wie Beispiele für die bewusste Übernahme „fremder“ oder „exotischer“ Text- und Schriftelemente. Untersuchungen zum gezielten Einsatz von Inschriften im öffentlichen Raum gaben die Anregung zu einem Vergleich zwischen verschiedenen Herrschafts- oder Konfessionsgebieten an. In den beiden Abendveranstaltungen stellten die Referenten grundsätzliche Überlegungen zum Begriff der Grenze und zum Umgang mit fremden Kulturen im mittelalterlichen Europa an. Die Vorträge ergänzte ein international besetztes Forum, in dem Kurzvorträge in einen offenen Austausch über Arbeitsweisen, Ergebnisse oder Forschungsansätze zum Tagungsthema mündeten.

 

Programm

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Abendvortag 18.30 – ca. 19.30 Uhr

Begrüßung

Prof. Dr. Wolfram Hogrebe, Sekretar der Klasse für Geisteswissenschaften der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Vortrag

  • Grenzenloses Mittelalter? Beobachtungen und Überlegungen, Prof. Dr. Enno Bünz, Leipzig

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Vorträge 9.00 Uhr

  • Das Wort Gottes - Städtische Inschriften als Wissenspraxis im Zeitalter von Reformation und Konfessionalisierung, Dr. Teresa Schröder-Stapper, Duisburg

Pause 10.00 – 10.30 Uhr

  • Könige, Notare, Adel und ein Söldner. Onomastische Aspekte der Migration und Identität einer gens im Spiegel der langobardischen Inschriften des 6./7. Jahrhunderts, Prof. Dr. Wolfgang Haubrichs, Saarbrücken
  • Lateinischer Runenzauber? Interkulturelles in runischen christlichen Beschwörungsinschriften des Mittelalters, Prof. Dr. Rudolf Simek, Bonn

Mittagspause 12.00 – 14.30 Uhr

Forum 14.30 – 17.00 Uhr

Perspektiven der epigraphischen Forschung in Europa

  • Prof. Dr. Cécile Treffort, Poitiers
  • Clemens Bayer M.A., Bonn
  • Prof. Dr. Joachim Zdrenka, Zielona Góra
  • Dr. Cornelia Neustadt, Dresden
  • Prof. Dr. Juraj Šedivy, Bratislava

Öffentlicher Abendvortrag 18.00 – ca. 19.00 Uhr

Begrüßung

Prof. Dr. Wolfgang Löwer, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste

Vortrag

  • Unbekannte Objekte? Das mittelalterliche Europa und sein Umgang mit fremden Kulturen, Prof. Dr. Andrea Stieldorf, Bonn

 

Freitag, 14. Oktober 2016

Vorträge 9.00 Uhr

  • Der Einfluss des Fremden: die textilen Inschriften der Bamberger Kaisergewänder, Dr. Tanja Kohwagner-Nikolai, München
  • Hebräische Inschriften auf Gemälden der Spätgotik, Dr. Margaretha Boockmann, Budapest

Pause 10.30 – 11.00 Uhr

  • Orientalizing Characters and Poem on the Virgin Mary inscribed in the Tympanon of Saint-Ursin of Bourges, Dr. Estelle Ingrand-Varenne, Poitiers

Mittagspause 12.00 – 14.00 Uhr

  • Französische Devisen und italienische Emblematik in den guerre italiane: Zwei verschiedene Zeichensysteme und ihre Verwendung zur Herrschaftsmarkierung, Dr. Simona Slanicka, Bern
  • Adler Hertz im Goet behoet – Die Düsseldorfer Hochzeit von 1585 und der Einsatz von Inschriften zur öffentlichen Darstellung des landesherrlichen Selbstverständnisses, Dr. Ulrike Spengler-Reffgen, Bonn

Pause 15.30 – 16.00 Uhr

  • Inschriften auf gotischen Trachtenaccessoires in hanseatischen Städten. Form, Text und Funktion der Epigraphik mittelalterlicher Kleidung, Prof. Dr. Krzysztof Maciej Kowalski, Gdańsk

Schlussworte ca. 17.00 Uhr

 

Samstag, 15. Oktober 2016

Exkursion nach Xanten 9.00 – ca. 15.00 Uhr

 

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