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Die Inschriften der Stadt Köln

Als Kultur- und Wirtschaftsmetropole nahm Köln schon im Mittelalter unter den deutschen Städten einen herausragenden Rang ein. Seine Bedeutung als (wenn auch zeitweise nur nomineller) Sitz des Kölner Erzbischofs hat seine Entwicklung zu einem geistlich-religiösen Zentrum gefördert. Die Freilegung römischer Gräberfelder, die mit den Ursulinischen Jungfrauen und den Thebäischen Märtyrern in Verbindung gebracht wurden, förderte deren kultische Verehrung und ließ den Pilgerstrom in die Stadt anschwellen.

Eine ungewöhnlich große Zahl an Pfarr-, Kloster- und Stiftskirchen wurde von Laien und Klerikern - häufig Angehörigen des städtischen Patriziats - reichhaltig mit Altären, Lettnern, Fenstern, Gemälden, Reliquiaren und kirchlichem Gerät ausgestattet. Viele dieser Stiftungen trugen und tragen bis heute Inschriften, die unsere Kenntnisse über wirtschaftliche Potenz und Sorge um die Memoria, über persönliche Verbundenheiten und personelle Verflechtungen der Kölner erweitern.

Es überrascht nicht, dass sich der größte Bestand an Inschriften im Dom befindet, wo neben den hervorragenden Grabdenkmälern der Erzbischöfe die Glasfenster und der Dreikönigenschrein besonders hervorzuheben sind. Doch auch St. Maria im Kapitol, St. Severin oder St. Ursula beherbergen zahlreiche Inschriften und stehen hier nur stellvertretend für eine Vielzahl anderer Kirchen.

Wenn auch der überwiegende Teil der insgesamt etwa 2300 überlieferten Inschriftenträger aus dem kirchlichen Umfeld stammt, so waren doch auch etliche profane Gebäude des öffentlichen und privaten Bereichs mit Inschriften ausgestattet. Prominentestes Beispiel ist das Rathaus mit seinen humanistisch geprägten Renaissanceinschriften.

Die kommentierte Edition der Kölner Inschriften ist auf ca. fünf Bände angelegt, die jeweils einen geographischen Bereich des Stadtgebietes erfassen werden.

Bearbeiterin: Dr. Helga Giersiepen

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