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Die Inschriften der Stadt Paderborn

Die Stadt Paderborn hat ihre Ursprünge in der von Karl dem Großen errichteten Pfalz, die im vierten Viertel des 8. Jahrhunderts Schauplatz vieler Reichsversammlungen war. Bereits aus dieser frühen Zeit haben sich Inschriften erhalten.

Im Zuge der Sachsenmission Karls des Großen wurde 799 das Bistum Paderborn gegründet. Der erste Vorgängerbau des heutigen Domes wurde um diese Zeit errichtet. Dem Dom mit seinem heute im Diözesanmuseum aufbewahrten Domschatz entstammen die meisten Inschriftenträger des Paderborner Bestandes. Besondere Schwerpunkte bilden hierbei die frühmittelalterliche Schatzkunst (z. B. ein Tragaltar, ein verlorenes Vortragekreuz, die ehemals mit Gold verkleidete Skulptur der Imad-Madonna), frühneuzeitliche Kirchengeräte sowie die von dem Bildhauer Heinrich Gröninger im 17. Jahrhundert geschaffenen Epitaphien und Skulpturen.

Weitere wichtige Inschriftenstandorte sind die Kirchen des engeren Stadtgebietes, hier finden sich z. B. Inschriften in der Kirche des ehemaligen Klosters Abdinghof, in der Busdorfkirche und in der Gaukirche. In Paderborn waren bis zu den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs noch zahlreiche Hausinschriften des 16. und 17. Jahrhunderts vorhanden, die in nieder- oder hochdeutsch und in Latein verfasst waren. Diese Inschriften sind zwar größtenteils verloren, ihr Wortlaut ist aber teilweise durch eine 1796 angelegte Inschriftensammlung und die Arbeiten des Paderborner Lokalhistorikers Paul Michels überliefert. Bei den Portalinschriften der 1614 von Fürstbischof Dietrich von Fürstenberg gegründeten Universität, dem heutigen Gymnasium Theodorianum, handelt es sich um Rekonstruktionen nach alten Fotografien.

Bauten und Inschriften im Stil der Weserrenaissance sind im Stadtteil Schloss Neuhaus zu entdecken. Wegen Auseinandersetzungen mit der Paderborner Bürgergemeinde residierten die Paderborner Bischöfe zeitweise bereits seit dem 13. Jahrhundert in Neuhaus. Die Gebäudeteile des Schlosses Neuhaus, dem der Stadtteil seinen heutigen Namen verdankt, wurden im 16. und 17. Jahrhundert errichtet und mit zahlreichen Bauinschriften ausgestattet.

Einzelne Inschriftenträger finden sich auch in den äußeren Stadtteilen, besonders in den Kirchen von Elsen, Neuenbeken und Dahl.

Bearbeiterin: Dr. Sonja Hermann

 

 

 

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