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Die Inschriften des St. Pauli-Domes zu Münster

Wie kein anderes Gebäude bestimmte das vom Heiligen Liudger gegründete Kloster die Geschichte der Stadt Münster und mir ihr ganz Westfalens. So lässt sich der heutige Name der Stadt Münster vom lateinischen Wort monasterium (= Kloster), eben diesem Kloster Liudgers, ableiten. Dieser Konvent, der die in den Sachsenkriegen Karls des Großen zerstörte Siedlung "Mimigernaford", die an einer Furt der Aa gelegen hatte, ersetzte, war Liudgers Ausgangspunkt für die Christianisierung des heutigen Westfalens sowie der ihm anvertrauten fünf Friesengaue. Am 30. März 805 wurde Ludgerus vom Kölner Erzbischof Hildibald zum ersten Bischof Münsters geweiht, ein Tag, der zugleich die Gründung des Bistums markierte. Um die erste Bischofskirche, die sich wahrscheinlich bereits in den Grenzen des heutigen Domes befand, ließ Karl der Große eine civitas (Stadt) zum Schutz des Bischofssitzes anlegen.

Im Jahre 1225 wurde nach einem verheerenden Stadtbrand von Bischof Dietrich III. von Isenberg der Grundstein des noch heute existierenden Dombaus gelegt, der der dritte in der Geschichte des Bistums ist. Nach zahlreichen verschiedenen An- und Ausbauten (im Stil der jeweiligen Zeit) erlitt das Inventar im Jahr 1534 schwere Verluste, als die Wiedertäufer den Dom verwüsteten. Jedoch schon 1536 begann man mit der Neugestaltung des Inneren, bei der u. a. die Astronomische Uhr, der Lettner, die Kreuzkapelle und der Kapitelsaal entstanden.

Einen weiteren Umgestaltungsschub erfuhr der Dom zwischen 1620 und 1700. Auch zahlreiche Epitaphien, Denkmäler, Altäre und Skulpturen stammen aus dieser Epoche.

Schwerste bauliche Schäden erlitt das Gotteshaus durch Bombenangriffe in den Jahren 1941-45. So wurden u. a. das Westwerk, der linke Turm, das Kirchendach, zahlreiche Gewölbe sowie die Orgel und vieles andere zerstört oder schwer beschädigt. Die Einbußen an Kunstwerken beziehen sich insbesondere auf solche, die im 19. Jahrhundert entstanden sind, während die Kunstwerke früherer Epochen ausgelagert, geschützt oder zumindest später restauriert wurden. Somit sind zahlreiche Epitaphien aus der Barockzeit, aber auch Kunstwerke der Romanik, Gotik und Renaissance erhalten geblieben. Nach den Kriegszerstörungen wurde die Bischofskirche von 1946 bis 1956 wiederaufgebaut.

Auch wenn viele der noch existierenden Inschriften während der Umgestaltungen der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts entstanden, umfasst der Inschriftenbestand des Domes bis 1650 noch über 200 Inschriften, die in großen Teilen aus dem 15.-17. Jahrhundert datieren (wie viele frühere Inschriften in den Täuferunruhen für immer verloren gingen, ist heute nicht mehr genau zu sagen). Die erhaltenen Inschriften finden sich auf vielerlei Trägern, insbesondere auf Grabsteinen/Epitaphien, Goldschmiedearbeiten der Domschatzkammer, Gemälden, Glocken oder als Beischriften zu Skulpturen.

Bearbeiter: Andreas Efing

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